Wissenschaftsrat

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Ausbildung in der Medizin

In der Vergangenheit hat sich der Wissenschaftsrat in seinen übergreifenden Empfehlungen zur Universitätsmedizin regelmäßig mit der Struktur des Medizinstudiums und der in seinen Augen unbefriedigenden Ausbildungssituation beschäftigt. Aktuell spricht er sich für eine gleichermaßen kompetenzorientierte und praxisnahe, auf hohen wissenschaftlichen Standards basierende Ausbildung von Medizinerinnen und Medizinern aus.

Die wissenschaftlichen Kompetenzen der angehenden Ärztinnen und Ärzte zu stärken, gewinnt vor dem Hintergrund stetig wachsender wissenschaftlicher Erkenntnisse immer mehr an Bedeutung. Individuelle Lösungen bei der Auswahl diagnostischer, präventiver und therapeutischer Maßnahmen für Patientinnen und Patienten zu finden und evidenzbasiert umzusetzen, setzt wissenschaftliches Denken und Handeln voraus. Die Grundlagen hierfür und somit für eine verantwortungsvolle ärztliche Berufsausübung müssen im Studium gelegt werden.   

Zuletzt hat der Wissenschaftsrat im Zuge seiner kontinuierlichen Befassung mit der Weiterentwicklung der ärztlichen Ausbildung im Jahr 2017 auf Bitte des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) eine unabhängige Expertenkommission eingesetzt. Ihr Auftrag war es, Empfehlungen zur Neustrukturierung des Medizinstudiums und zur Änderung der Approbationsordnung auf Grundlage des sog. Masterplans Medizinstudium 2020 zu erarbeiten. Mit diesem hatte die Wissenschafts- und Gesundheitspolitik in Bund und Ländern Eckpunkte für eine Reform der ärztlichen Ausbildung vorgegeben. Die Empfehlungen der Expertenkommission wurden 2018 veröffentlicht und enthielten auch eine Einschätzung zu den finanziellen und kapazitären Auswirkungen der geplanten Reform.

Weiterhin:
Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Medizinstudiums in Deutschland auf Grundlage einer Bestandsaufnahme der humanmedizinischen Modellstudiengänge (Drs. 4017-14), Juli 2014

Im Juli 2019 hat der Wissenschaftsrat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die den Umsetzungsstand seiner Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Gesundheitsfachberufe (2012) analysieren und darauf aufbauend Empfehlungen zur weiteren Entwicklung aussprechen soll. Mehr...

Unter dem Gesichtspunkt der Qualitätssicherung der Medizinerausbildung in Deutschland hat sich der Wissenschaftsrat erstmalig 2016 auch zur Ausbildung an nichtstaatlichen Einrichtungen geäußert. Wesentlich und leitend ist für ihn,  dass der Weg zum Arztberuf in Deutschland die Einhaltung einheitlich hoher Standards voraussetzt und nur über ein Medizinstudium zu erreichen ist, das universitären Ansprüchen genügt. Nichtstaatliche Angebote nach deutschem Recht sollten deshalb verpflichtend eine Konzeptprüfung und Institutionelle Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat durchlaufen. Grenzüberschreitenden Angeboten nach europäischem Recht sollte die Option einer solchen Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat als freiwillige Maßnahme ebenfalls angeboten werden.