Wissenschaftsrat

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Medizin und Gesundheitssystem

Die Medizin ist das einzige Fach, zu dem der Wissenschaftsrat gesondert und regelmäßig alle Fragen von Lehre und Forschung sowie Krankenversorgung betreffende Empfehlungen und Stellungnahmen abgibt.

Mit den „Perspektiven der Universitätsmedizin“ hat der Wissenschaftsrat 2016 ein umfassendes Programm zur Weiterentwicklung der universitären Medizin in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren vorgelegt. Seine Empfehlungen richten sich auf die Rahmenbedingungen und Ressourcen, die die Universitätsmedizin benötigt, um ihren Aufgaben in Forschung, Lehre und Krankenversorgung auch künftig gerecht werden zu können. Unter anderem empfiehlt er den Aufbau von Profilbereichen in der Universitätsmedizin, die sich durch arbeitsteilige Organisationsstrukturen auszeichnen und so dem fachlichen Differenzierungsprozess in Forschung, Lehre und Klinik Raum geben. Sie sollen spezifischen Anforderungen unter anderem an Forschungs- und Translationsleistungen, Weiterbildungsstrukturen, Karrierewege und -ziele für den wissenschaftlichen Nachwuchs sowie an die Qualitätssicherung von Forschung und Versorgung genügen.

Über die Universitätsmedizin hinaus befasst sich der Wissenschaftsrat mit Themen an der Schnittstelle von Wissenschafts- und Gesundheitssystem. 2012 hat er sich beispielsweise für eine partielle Akademisierung der Gesundheitsberufe ausgesprochen und damit auf die aktuellen Entwicklungen im Gesundheitssystem reagiert. Mit diesen Empfehlungen trägt der Wissenschaftsrat künftigen Entwicklungen im Gesundheitssystem und der zunehmenden Bedeutung interprofessioneller Ausbildungselemente Rechnung. Fachpersonal, das in komplexen Aufgabenbereichen der Pflege, der Therapieberufe (Physio-, Logo- und Ergotherapie) und der Geburtshilfe tätig ist, soll nach Auffassung des Wissenschaftsrats künftig anteilig auch an Hochschulen ausgebildet werden. Zehn bis 20 Prozent eines Ausbildungsjahrgangs sollen in primärqualifizierenden patientenorientierten Studiengängen mit einem Bachelor-Abschluss zur unmittelbaren Tätigkeit am Patienten befähigt werden. Mehr...

Die Weiterentwicklung der Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) hat der Wissenschaftsrat 2017 empfohlen. Er hat die DZG als ein vielversprechendes Modell für die medizinische Forschung beschrieben. Allerdings empfiehlt er den Zuwendungsgebern in Bund und Ländern, die bisherige Struktur des Finanzierungsmodells der DZG weiterzuentwickeln, um die verschiedenen Nachteile zu beseitigen, insbesondere die projektförmig befristete Weiterleitung von Mitteln über einen zentralen Partner. Der Wissenschaftsrat rät daher dazu, künftige DZG als Vereine mit eigener Rechtspersönlichkeit direkt zu finanzieren („Direktfinanzierungsmodell“). Auch sollte das erhebliche Vernetzungspotenzial der DZG weiter ausgebaut werden, insbesondere in der Bearbeitung gemeinsamer übergreifender wissenschaftlicher Fragen wie der Prävention von Volkskrankheiten.

Überdies äußert sich der Wissenschaftsrat regelmäßig in einer standortübergreifenden Perspektive zur Weiterentwicklung der Hochschulmedizin einzelner Bundesländer, zuletzt zu Sachsen und Nordrhein-Westfalen.