Wissenschaftsrat

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Wissenschaftsrat zu Gast beim Bundespräsidenten

Ergebnisse der Wintersitzungen in Berlin (24.–26. Januar 2018)

Ausgabe 2018
Datum 29.01.2018

Auf den Wintersitzungen des Wissenschaftsrats wurde die Agrarökonomin Martina Brockmeier in ihrem Amt bestätigt, ebenso wie das gesamte Präsidium des Wissenschaftsrats. Ausführlich hat sich der Wissenschaftsrat mit den Perspektiven der Psychologie beschäftigt und in diesem Rahmen auch einen Vorschlag zur künftigen Psychotherapieausbildung vorgelegt. In seinen Empfehlungen zur regionalen Kooperationen wissenschaftlicher Einrichtungen fordert der Wissenschaftsrat dazu auf, die Beziehungen zum regionalen Umfeld in der Profilbildung wissenschaftlicher Einrichtungen und ihrer wissenschaftspolitischen Unterstützung zu verankern. Zu den Ergebnissen im Einzelnen:

Die Agrarökonomin Martina Brockmeier ist auf den Wintersitzungen des Wissenschaftsrates (24.-26.01.2018) in ihrem Amt als Vorsitzende des Wissenschaftsrates bestätigt worden. Sie wurde 2017 als Nachfolgerin des Münchner Bildungsforschers Manfred Prenzel erstmals gewählt. Auch im Vorsitz der Wissenschaftlichen Kommission gibt es keinen Wechsel. Als Vorsitzender der Wissenschaftlichen Kommission wurde der am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) tätige Professor für Werkstoffmechanik, Peter Gumbsch, bestätigt. Sein Stellvertreter ist auch weiterhin Peter Nyhuis, Professor für Produktionslogistik an der Universität Hannover. Sprecher für die Fachhochschulen bleibt der an der Hochschule Ingolstadt tätige Ingenieurwissenschaftler Gunter Schweiger.

Erstmals hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Mitglieder des Wissenschaftsrats auf Schloss Bellevue empfangen und damit eine Tradition seiner Vorgänger fortgeführt. Die Vorsitzende des Wissenschaftsrats nutzte die Gelegenheit, um die Wissenschaft und Politik gleichermaßen umtreibende Frage aufzugreifen, wie der Dialog zwischen Politik, Wissenschaft und Gesellschaft verbessert werden könnte, um anti-aufklärerischen und meinungsmanipulierenden Entwicklungen gemeinsam entschieden entgegenzutreten.

Zu den Sitzungsergebnissen im Einzelnen:

Die Psychologie in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in beachtenswerter Weise zu einer international angesehenen empirischen Wissenschaft entwickelt. Derzeit befindet sich diese akademische Disziplin, die mit die meisten Studierenden anzieht, jedoch in einer Umbruchsituation und ist mit verschiedenen strukturellen Herausforderungen insbesondere im Zusammenhang mit der künftigen Organisation der Psychotherapieausbildung konfrontiert. Das war Anlass für den Wissenschaftsrat, sich mit den Perspektiven der Psychologie zu beschäftigen und mit seinen Empfehlungen zur erfolgreichen Bewältigung der aktuellen Situation beizutragen. Auf ihrem Weg in die Zukunft muss sich die Psychologie, so ein Kurzfazit, sowohl innerhalb der akademischen Strukturen wie auch gegenüber den Anliegen der Gesellschaft stärker öffnen. 

Zu zeigen, wie wichtig räumliche Nähe für die Zusammenarbeit wissenschaftlicher Einrichtungen untereinander und mit außerwissenschaftlichen Akteuren ist, ist Gegenstand der Empfehlungen zu regionalen Kooperationen wissenschaftlicher Einrichtungen. Im Zentrum des Interesses steht dabei die Frage, wie Möglichkeiten, die sich durch den engen persönlichen Austausch ergeben, am besten genutzt werden können. Der Wissenschaftsrat empfiehlt, die Beziehungen zum regionalen Umfeld in der Profilbildung wissenschaftlicher Einrichtungen und ihrer wissenschaftspolitischen Unterstützung zu verankern. Er sieht darin eine vielfache Wechselwirkungen erzeugende Ergänzung zu überregionaler Aufstellung und internationaler Wettbewerbsfähigkeit.

Der Wissenschaftsrat hat sich für die Aufnahme des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung, Hamburg, sowie des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung (ZfL), Berlin, in die Leibniz-Gemeinschaft ausgesprochen. Außerdem hat er den Antrag des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, auf Erweiterung um eine neue Abteilung „Design von Märkten und Institutionen in Europa“ positiv bewertet. Damit könnten die Kultur-, Medien- und Wirtschaftswissenschaften in der Leibniz-Gemeinschaft weiter ausgebaut und gestärkt werden. Die Entscheidung über die Aufnahme der beiden Institute und die Erweiterung des ZEW liegt nun bei der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK). Potenzial sieht der Wissenschaftsrat auch beim ILS-Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung, Dortmund. Aktuell erfüllt das Institut die Anforderungen für eine Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft allerdings noch nicht.

Auf seinen Wintersitzungen hat der Wissenschaftsrat zudem vier Verfahren der Institutionellen Akkreditierung beraten. Akkreditiert wurde die Psychologische Hochschule Berlin, reakkreditiert wurden die SRH Hochschule für Logistik und Wirtschaft Hamm und das Touro College Berlin. Im Fall der Hochschule für Telekommunikation Leipzig hat sich der Wissenschaftsrat gegen eine Akkreditierung ausgesprochen.

Für die Evaluation universitätsmedizinischer Standorte durch den Ausschuss Medizin hat der Wissenschaftsrat den Leitfaden der Evaluation aktualisiert und an die veränderten Rahmenbedingungen und Anforderungen angepasst. So wurden die verwendeten Definitionen und Datenabfragen mit den Empfehlungen des Wissenschaftsrates zum Kerndatensatz Forschung abgeglichen und entsprechend vereinheitlicht. Begutachtungskriterien wurden ergänzt insbesondere mit Blick auf die Ausstattung in der Informationstechnologie, die Rahmenbedingungen für Translation und Transfer, die Qualitätssicherung oder Maßnahmen zur Verbesserung der wissenschaftlichen Integrität.