Wissenschaftsrat

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Hochschulgovernance und Klinische Studien | Ergebnisse der Herbstsitzungen in Hannover (17.-19. Oktober 2018)

Ausgabe 2018
Datum 22.10.2018

Die Gestaltung der (Binnen-)Strukturen von Hochschulen beschäftigt den Wissenschaftsrat bereits seit seinen Gründungsjahren. Auch aktuell gibt es zahlreiche Debatten über die Strukturen zur Willensbildung, Entscheidungsfindung und Steuerung in Hochschulen, die vornehmlich unter dem Begriff der Governance geführt werden. Die in Hannover verabschiedeten Empfehlungen greifen diese Debatten auf und zielen auf eine behutsame, den Gegebenheiten jeder einzelnen Hochschule Rechnung tragende Weiterentwicklung von Governance-Strukturen und -Prozessen. In einem weiteren Papier setzt sich der Wissenschaftsrat mit der Situation klinischer Studien in Deutschland auseinander und spricht zahlreiche Empfehlungen zu deren Stärkung aus. Klinische Studien, die allgemein als ein wesentlicher Schlüssel zum medizinischen Fortschritt gelten, leisten einen wichtigen Beitrag zu einem effizienten, wirkungsvollen und am Wohl der Patientinnen und Patienten orientierten Gesundheitssystem.

In seinen Empfehlungen zur Hochschulgovernance zieht der Wissenschaftsrat Bilanz und gibt gleichzeitig Anstöße zu ihrer Weiterentwicklung. In den vergangenen Jahrzehnten wurden Strukturen und Prozesse an den Hochschulen in allen Bundesländern reformiert und viele Befugnisse auf die Leitungsämter übertragen. Diese Governance-Reformen haben den Hochschulen viel Positives gebracht, gleichzeitig aber auch unbeabsichtigte Nebenwirkungen erzeugt. Angesichts der fortgeschrittenen Binnendifferenzierung sowohl der Hochschulen wie auch der Hochschulgesetzgebung schlägt der Wissenschaftsrat keine grundlegende, vereinheitlichende Reform der Governance vor. Er hält jedoch eine intensive und systematische Befassung der Hochschulen mit ihrer Governance – den Strukturen und Prozessen wie auch der Praxis - im Sinne einer Nachsteuerung für geboten. Ein von ihm vorgeschlagenes Analyse-Instrument und die damit zusammenhängenden Empfehlungen sollen die Hochschulen dabei unterstützen, die Rolle der verschiedenen Organe und Gremien klarer zu fassen und Entscheidungsprozesse transparent und zielführend zu organisieren. In der Weiterentwicklung ihrer Governance sieht er die Chance, die Koordination der Prozesse und der Entscheidungs­bedarfe zu verbessern und dadurch auch einen Beitrag zur Leistungssteigerung in ihren wissenschaftlichen Kernaufgaben zu leisten.  

Klinische Studien, die allgemein als ein wesentlicher Schlüssel zum medizinischen Fortschritt gelten, leisten einen wichtigen Beitrag zu einem effizienten, wirkungsvollen und am Wohl der Patientinnen und Patienten orientierten Gesundheitssystem. Aus Sicht des Wissenschaftsrats wird das Potenzial klinischer Studien in Deutschland nicht ausgeschöpft. Deshalb hat er untersucht, wie die Rahmenbedingungen für klinische Studien verbessert werden können. Seine Empfehlungen beziehen sich auf die Förderung und Finanzierung klinischer Studien, auf den Ausbau erforderlicher professioneller Infrastrukturen, eine Verbesserung der Patientenorientierung sowie auf den regulatorischen Rahmen. Die Empfehlungen sind in enger Abstimmung mit der Senatskommission für Grundsatzfragen in der Klinischen Forschung (SGKF) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) entstanden, die sich – unter anderer Schwerpunktsetzung – eben­falls intensiv mit klinischen Studien befasst hat. Beide Organisationen haben eine „Gemeinsame Erklärung zu Klinischen Studien“ verfasst, die ihren jeweiligen  Papieren vorangestellt ist. Dieses Vorgehen unterstreicht die große Bedeutung des Themas und den akuten Handlungsbedarf, den beide Gremien übereinstimmend sehen.

Auf seinen Herbstsitzungen hat der Wissenschaftsrat zudem vier Verfahren der Institutionellen Akkreditierung beraten. Akkreditiert wurde die Northern Business School – Hochschule für Management und Sicherheit (NBS), Hamburg; reakkreditiert wurden die ESMT (European School of Management and Technology), Berlin, die Internationale Hochschule Liebenzell (IHL), Bad Liebenzell, und die PFH – Private Hochschule Göttingen.